tauwasser (Allgemeines)

ferox, Samstag, 21. Februar 2009, 00:30 (vor 3411 Tagen) @ jsd

Hallo Jenny.

Zu deinen Fragen:

1.) Eine Maßnahme gegen Tauwasserausfall ist in der Regel der Einbau
einer dampfdiffusionshemmenden Schicht (Dampfsperre, oder auch Luft- und
Dampfsperre) vor der Dämmung.

Für deine Konstruktion reicht (in meinen Berechnungen) der Einbau einer
Dampfsperre mit einem Sd-Wert von >= 3,50 m (z.B. d = 0,2 mm und µ =
17500) aus, um einen Fall A (= kein Tauwasserausfall) zu erreichen.

In meinen Berechnungen ergibt sich (mit leicht anderen baupysikalischen
Werten als bei dir) ohne Dampfsperre folgendes:

- Fall D
- Tauwasserausfall 0,580 kg/m²
- Mögliche Verdunstungsmenge 0,533 kg/m²
- Verbleibende Tauwassermenge 0,047 kg/m²
- Ausfall an den Schichten Mineralwolle, Gipsmörtel, KS-Stein


2.) Bei der Berechnung wird immer der ungünstigste µ-Wert angesetzt, d.
h. in der Tauperiode wird die Konstruktion innen als möglichst offen
(kleiner µ-Wert), außen als möglichst dicht (großer µ-Wert) und für
die Verdunstungsperiode wird die Konstruktion als möglichst "dicht"
(großer µ-Wert)angenommen. Insofern es sich um Schichten handelt für
die es zwei µ-Werte gibt (Trockenwert / Feuchtwert).
So wird jeweils der ungünstigste Fall betrachtet.


3.) Anmerkung / Hintergrundinfo: Der möglicherweise angezeigte
Tauwasserausfall bei Glaserberechnungen für Konstruktionen mit kapillar
leitfähigen Materialien (Mauerwerk, Putz, etc.) - wie bei deiner
Wandkonstruktion gegeben - kann von der Realität deutlich abweichen.
Grund ist, dass beispielsweise der Transport von Feuchtigkeit über die
Kapillarleitung und anschließende Verdunstung an der Oberfläche nicht
berücksichtigt wird. Hier können andere Computer-Rechenverfahren
genauere Aufschlüsse geben.


Hoffe, die Punkte 2. und 3. helfen dir etwas weiter. :-D

LG, S


Vielen, vielen DANK!!! SUPER antwort!! Das hat mir sehr geholfen!!



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