Grundbau an andere FHs oder Unis (Lehre)

KoenigBau, Donnerstag, 30.08.2012, 12:27 (vor 2979 Tagen)

Guten Tag zusammen!

Einige Komilitonen und ich interessieren uns für das Vorhaben "Zweithörer an anderen FH und Unis". Daher meine Frage:

Kennt jemand Hochschulen, an denen Grundbau, ähnlich wie bei und angeboten wird?
Oder hat jemand schon Erfahrungen gesammelt bezüglich des Anrechnen lassen einer Grundbauprüfung? Wären für jede hilfe dankbar.

Gruß

Fachdozent informiert über Anrechenbarkeit

Martin Vogel ⌂ @, Dortmund / Bochum, Freitag, 31.08.2012, 09:31 (vor 2978 Tagen) @ KoenigBau

Anrechnen lassen
einer Grundbauprüfung? Wären für jede hilfe dankbar.

Die kompetenteste Auskunft erhält man in der Regel bei der für das Fach zuständigen Professorin oder dem für das Fach zuständigen Professor. Es nützt wenig, nach einem Semester Pendelei einen Schein nicht anerkannt zu bekommen und als einziges Argument „ich hatte aber gehört, dass das geht“ vorbringen zu können.

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Dipl.-Ing. Martin Vogel
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... und ist in der Beweispflicht, wenn er nicht anerkennt

David Hüßler, Samstag, 01.09.2012, 15:56 (vor 2977 Tagen) @ Martin Vogel

Der freie zusammenschluss der Studierenden schreibt auf seiner Internetseite www.fzs.de folgendes zu dem Thema:

Umsetzung der Lisbon Recognition Convention in Deutschland

Nun ist nach zehnjähriger Wartezeit die Konvention endlich auch in der BRD ratifiziert worden. Damit ist Umsetzung der Konvention in der Realität aber noch nicht abgeschlossen. Neben der formalen Ratifizierung müssen nun die Prinzipien auch in der Anerkennungspraxis der Hochschulen umgesetzt werden. Hier liegt noch ein weiter Weg vor uns, nicht zuletzt, weil sich die zuständigen Stellen (in der Regel die Landesministerien) quer stellen.

Die Anerkennung von Studienleistungen in der BRD

Bei der Anerkennung von Studienleistungen ist in fast allen Fällen die jeweilige Hochschule zuständig. Innerhalb der Hochschule wird das ganze normalerweise im jeweiligen Fach geregelt. Ein Prüfungsausschuss (bzw. in unstrittigen Fällen die/der Vorsitzende) entscheidet über die Anerkennung einzelner Leistungen. Dabei legen die Landeshochschulgesetze des jeweiligen Bundeslandes einen groben Rahmen fest, die Hochschulen führen das dann in den Studien- und Prüfungsordnungen aus.

Änderungsbedarf durch die Lisbon Recognition Convention

Alle diese Regelungen müssen dauerhaft an die Anforderungen der Konvention angepasst werden. Derzeit sind die Regelungen, die die Landeshochschulgesetze vorsehen, sehr vage. In der Regel wird festgelegt, dass Studienleistungen anzuerkennen sind, "es sei denn, sie sind nicht gleichwertig". Dabei wird ein zentraler Aspekt der Lisbon Convention nicht umgesetzt: Sie legt fest:

Art. III.3 - (5) Die Beweislast, dass ein Antrag nicht die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt, liegt bei der die Bewertung durchführenden Stelle. (Amtl. Übersetzung, BGBl. 2007 II 15)

Das ist ein deutlicher Unterschied zum bisherigen Verfahren, in dem in der Regel die Studierenden nachweisen mussten, dass ihre im Ausland erbrachten Studienleistungen gleichwertig sind. Im Klartext heißt das:

Studienleistungen müssen anerkannt werden, es sei denn die Hochschule (Prüfungsausschuss) kann nachweisen, dass sie nicht gleichwertig sind mit dem, was hätte im Inland erbracht werden müssen.

Dieses Prinzip wird zwar von den Hochschulgesetzen nicht verboten. Allerdings wird es auch nicht erzwungen. Derzeit weigert sich die Kultusministerkonferenz, sich dem Thema anzunehmen und eine Gesetzesänderung in den Ländern anzustoßen. Das Prinzip gilt allerdings auch so durch die Ratifizierung der Konvention. Es ist jedoch wesentlich schwerer durchzusetzen.

Neben den Landeshochschulgesetzen müssen auch die realen Anerkennungsverfahren in jedem Fach nach diesem Prinzip der "Beweislastumkehr" ab nun funktionieren. Am einfachsten und transparentesten geschieht das, indem es in der Prüfungsordung verankert wird. Damit ist es auch für die Studierenden deutlich, die keine Kenntnis von der Konvention haben.

ANERKENNUNGSKRITERIEN
Im Mittelpunkt der Prüfung einer Studienleistung auf Gleichwertigkeit stehen die Lernergebnisse und die Programmqualität. Es gilt also primär eine fachlich-inhaltliche Gleichwertigkeit. Ein rein schematischer Abgleich von Studienleistungen anhand der ECTS-Punkte gilt nicht als hinreichende Prüfung der Gleichwertigkeit, da ECTSPunkte nur ein unterstützendes Instrument bei
Anerkennungsentscheidungen sind.
Allgemein sollen bei der Anerkennung nicht tradierte nationale Perspektiven, sondern eine europäisch-internationale Sichtweise Berücksichtigung finden. Die Lissabon Konvention sieht eine Anerkennung vor, wenn nicht ein wesentlicher Unterschied belegt werden kann. Dieser kann bestehen in:
•zu unterschiedlichen Lernergebnissen,
•zu starken Unterschieden in der Struktur der Lehrveranstaltung bzw. dem Studiengang,die dazu führen, dass Lernergebnisse
nicht gleichwertig sein können,
•zu großen, nachweislichen Qualitätsunterschieden,
•zu unterschiedlichen akademischen und berufsrechtlichen Berechtigungen, zu denen der Abschluss führt,
•zu hohem Alter der erworbenen Qualifikation.

Starke Abweichungen im Umfang der Studienleistung
gelten lediglich als ein Hinweis unter
vielen auf eine mögliche Ungleichwertigkeit der
Lernergebnisse.

Diese Informationen beziehen sich zwar auf die Anerkennung von im Ausland erbrachten Studienleistungen, die Gesezte sollten sich aber analog auf Studienleistungen, die an Deutschen Hochschulen erbracht wurden, anwenden lassen.

Viel Erfolg bei der Durchsetzung Eures Rechts!

Quelle/Urheberrecht

Martin Vogel ⌂ @, Dortmund / Bochum, Samstag, 01.09.2012, 19:28 (vor 2977 Tagen) @ David Hüßler

Ich muss jetzt leider den Webmaster raushängen lassen. Für die Verwendung des Volltextes von http://www.fzs.de/themen/internationales/anerkennung_studienleistungen/151930... finde ich beim FZS keinen Hinweis auf dessen Lizenz. Ich muss daher davon ausgehen, dass der Text urheberrechtlich vor freier Nutzung geschützt ist und bitte daher, eine Erlaubnis des Urhebers zur Weiterverbreitung nachzureichen oder den Text oben wieder aus dem Bauforum zu entfernen.

[Update: Genehmigung der ZFS liegt vor]

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Umsetzung an der BO seit Mai 2012

Martin Vogel ⌂ @, Dortmund / Bochum, Montag, 03.09.2012, 16:43 (vor 2975 Tagen) @ David Hüßler

Da die Absätze mit der Kultusministerkonferenz im vorigen Eintrag befürchten lassen könnten, dass es noch ein weiter Weg bis zur Umsetzung dieser Vorgaben sei, hier ein kurzer Hinweis auf eine Publikation der Hochschule. In den Amtlichen Bekanntmachungen der Hochschule Bochum vom 9. Mai 2012 (PDF) wurde veröffentlicht, wie die Lisbon Recognition Convention in die jetzt geltende Rahmenprüfungsordnung für das Bachelorstudium eingearbeitet wurde.

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