Landeswassergesetz lässt Gelsenkirchen absaufen (Baupraxis)

Martin Vogel ⌂ @, Dortmund / Bochum, Dienstag, 12. April 2011, 21:31 (vor 2596 Tagen)

Abwasserrohre müssen dicht sein, sonst läuft Schmutzwasser ins Grundwasser und verseucht Böden und Umwelt. Andersherum kann es passieren, dass Grundwasser in die Abwasserrohre eindringt und in den Kläranlagen das zu verarbeitende Volumen erhöht, ohne dass jemand dafür Abwassergebühren bezahlt hat.

Das Landeswassergesetz NRW schreibt daher vor, dass bis 2015 alle Abwasserleitungen auf Dichtigkeit zu prüfen und gegebenenfalls instandzusetzen sind. Nicht bedacht hat man, dass es auch einen positiven Effekt haben kann, wenn Grundwasser über die Abwasserleitungen abgeführt wird. Insbesondere in Gegenden, in denen sich Erdoberfläche und Grundwasserspiegel immer näher kommen.

Im Emscherbruch, der durch den Bergbau ohnehin schon 15 Meter abgesackt ist, steigt als Folge der vorgeschriebenen Kanalsanierungen nun der Grundwasserspiegel und immer mehr Keller laufen voll. Damit das nicht überhandnimmt, sollen mit Millionenaufwand neben die neuen dichten Abwasserrohre neue poröse Drainleitungen gelegt werden, aus denen das gesammelte Grundwasser mit neuen teuren Pumpen dann wieder in die neuen dichten Abwasserrohre oder in Oberflächengewässer umgepumpt werden kann.

Warum habe ich nur das Gefühl, dass da irgendwas gerade ganz furchtbar falsch läuft?

Zum Weiterlesen: Im Flussgebietsplan Emscher 2009 (PDF) ist auf Seite 107 bzw. 123 eine Karte der Grundwasserflurabstände in der Emscherregion abgebildet. Dort sieht man, wo das Grundwasser bereits regulär oberhalb der Kellersohle anzutreffen ist.

Nachtrag 2014: http://blog.eglv.de/saeuft-die-region-ab/

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Dipl.-Ing. Martin Vogel
Leiter des Bauforums

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