Studiengebühren (Allgemeines)

NicO @, Wed, 29.03.2006, 16:07 (vor 7289 Tagen)

Wo kann man sich informieren ob man Studiengebühren zahlen muss?

Lässt sich das irgendo unmissverständlich nachlesen,
oder muss man sich individuell beraten lassen?

Studiengebühren

x666x, Wed, 29.03.2006, 18:13 (vor 7288 Tagen) @

Wer sich dazu entschließt, hat einen Anspruch auf ein zinsgünstiges (unter
sechs Prozent) Darlehen der NRW.BANK

Da danke ich aber der NRW.BANK, dass sie ein "zinsgünstiges Darlehen" unter 6 % anbieten! Immer wieder nett zu lesen, dass es so nette Institute gibt, die Menschen, die es finanziell nicht leicht haben, so auch Studenten, dahingehend unterstützen, dass sie ihnen solche Angebote machen! Da sollte man doch überlegen, ob man nicht eine Studentensteuer einführt! Wirklich ein super System: so kann jedermann weiterhin studieren, so dass vorhergegangene Kritiken, dass bei Einführung dieser Studiengebühren nur noch Leute aus wohlhabenden Familien studieren können werden, bzw. sich die "weniger"wohlhabenden nebenbei den Hintern (das Wort "Arsch" gehört ja nicht in dieses Forum...)abarbeiten müssen, dadurch evt. länger studieren müssten und so noch mehr zahlen müssten (wer redet denn von Teufelskreisen? erlöschen. So schafft man es immerhin, dass sich Fertig-Studierte wirklich erst nach dem Studium um die Rückzahlung dieser Gebühren kümmern müssen... wer will schon Familie?

Studiengebühren

Ingenieuse, Thu, 30.03.2006, 09:01 (vor 7288 Tagen) @ x666x

So fängt das Leben schon mit Schulden an. Was mich allerdings noch mehr stört ist die Tatsache, dass es viele Demos gab, die gegen die Studiengebühren waren.

Da macht einer eine Demo und kaum jemand geht hin.....

Viele Studierende fanden das toll, aber nur weil sie einen Tag frei hatten und nicht auf der Demo erschienen sind. Jetzt motzen die meisten (bitte jetzt nicht auf Dich beziehen, ich schreibe das allgemein) aber selber nicht auf Demos gewesen.
Sicherlich muss eine Demo nicht unbedingt etwas bringen, aber man zeigt Masse und das man nicht mit der Politik einverstanden ist.
Ein Blick nach Frankreich zeigt einen krassen Unterschied. Die lassen sich nichts gefallen. Solche Aktionen sind zwar zu heftig, aber sie zeigen es mit aller Deutlichkeit.
Die deutschen Studenten schlumpfen doch nur noch hinter einem Plakatträger her und brüllen ab und zu mal mit, wenn einer über eine Flüstertüte was schreit. Aber eigentlich ist man auch froh, wenn man nicht mehr so viel laufen muss und man sich bald in ein gemütliches Café verziehen kann, ist schließlich auch kalt in Deutschland.
Ein paar Jahre später ärgert man sich dann über die Folgen.
Solche Demos nimmt dich keiner mehr ernst.

In Wuppertal und in Bochum habe ich erleben müssen, dass gerade mal 20-30 % der Studierenden bei Demos anwesend waren. Der Rest war dann sicherlich einverstanden mit den kommenden Regelungen ;-) Komisch, aber 100 % motzen....

Gruß, Ingenieuse

Studiengebühren

x666x, Thu, 30.03.2006, 10:12 (vor 7288 Tagen) @

(wobei die Belastungen aus Studienbeiträgen keine
zusätzlichen Schulden verursachen, da sie mit der BAFöG-Rückzahlungssumme
verrechnet werden und der Gesamtbetrag "gedeckelt" ist)

Trifft dann allerdings nur auf BaFöG-Empfänger mit relativ hohem BaFöG-Anspruch zu, weil da erst der Deckel schließt! Man stelle sich vor, man schafft sein BauIng Studium in 7 Semester, das macht dann schon allein 3500,- Schulden für die Studiengebühren. Kriegt man dann noch ca 350,- BaFöG, macht das 7350,- zusätzlich. Die GEsamtschulden beliefen sich somit auf 10850,-. Da der Deckel aber greift, würden gnädigerweise 850,- erlassen werden, da man maximal 10.000,- zurück zahlen soll. Jemand, der nun weniger BaFöG bekommt, ist unter Umständen gar nicht unter diesem "Deckel" zu finden. Außerdem sehe ein Problem darin, dass viele BaFöG-Empfänger, so ich auch, monatlich 50% ihres BaFöGs zurück legen, um nach dem Studium direkt alles auf einmal zurück zahlen zu können, so von der "Schnell-Rückzahlungs-Prämie" profitieren und <b>schuldenfrei<b/> zu sein. Dies wird nun wohl schwerlich möglich, weil nun pro Monat (mit obigen Zahlen) nicht mehr 175,- Rücklage im Monat reichen würden, sondern plötzlich 238,- gespart werden müssten. Übrig blieben vom BaFöG dann noch 112,-, mit denen man in manchen Monaten, wenn man sich mal wieder den neuen Schneider kaufen soll, oder einen TI, ein Physikbuch etc. kaum auskommt.
Hinzu kommt die Tatsache, direkt nach dem Studium 3500,- MEHR Schulden zu haben, was, wie ich finde, schon eine Belastung ist, denn für 3500,- bekommt man bereits ne nette Wohnungseinrichtung, oder ein Auto oder sonst was...

und zum anderen gibt es darüber, wann das Leben beginnt, unterschiedliche
Ansichten...

Muss man ja nicht drüber diskutieren. Wer immer im Morgen lebt, und nicht im Jetzt, vegitiert im Gestern vor sich hin (um den Religionsquatsch mal gegen Philosophiequatsch auszutauschen)

Hallo Erde??

baurat, Thu, 30.03.2006, 14:28 (vor 7288 Tagen) @ x666x

Außerdem sehe ein Problem darin, dass viele BaFöG-Empfänger, so
ich auch, monatlich 50% ihres BaFöGs zurück legen, um nach dem Studium
direkt alles auf einmal zurück zahlen zu können, so von der
"Schnell-Rückzahlungs-Prämie" profitieren und <b>schuldenfrei<b/> zu sein.


Also dank x666x verstehe ich die Welt nicht mehr.
Da wird sich beschwert, dass man nicht mehr 50 % des BAFÖG zurücklegen kann.
Hallo?

Wenn du dir die Hälfte deines Förderungsbetrages zurücklegen kannst, dann sollte man dir diesen Betrag entsprechend kürzen.
Der Betrag dient der Förderung deiner Ausbildung und nicht zum Erwerb von Gewinnen durch Zinsen.

Ich finde es unverschämt diese Meinung und dieses Verhalten auch noch offen 'rum zu posaunen!
Hast du schon mal überlegt, wie viele Studierenden aus welchen Gründen auch immer keinen Anspruch auf BAFÖG erhalten und sich dass tägliche Leben (Miete, Essen, ...) schwer neben dem Studium erarbeiten müssen?
Und du bekommst Pippi in die Augen, wenn dein Sparstrumpf nicht mehr dicker wird?!
Also voll daneben.

Würde das AKAFÖ nicht - wie wir hier sehen können - zu viele Gelder, die über einen Mindestbedarf hinausgehen aus dem Fenster werfen, wäre vielleicht durch Umstrukturierungen in der Geldverteilung eine Einführung von Studiengebühren in diesem Maße nicht notwendig!

Hochachtungsvoll
Der Baurat :-(

Studiengebühren

Ingenieuse, Thu, 30.03.2006, 16:03 (vor 7288 Tagen) @

Die Beobachtung teile ich. Wobei "30%" an der Uni Bochum immerhin ein
imposanter Protestzug von 9000 Personen gewesen wäre. Soviele habe ich gar
nicht wahrgenommen. Ebenfalls an meiner Wahrnehmung vorbeigehuscht sind die
Proteste der Studierenden in den Gremien der Hochschule, in denen über die
Einführung diskutiert wurde - oder erinnere ich mich richtig, und die
SenatsvertreterInnen der Studierendenschaft hatten tatsächlich keine
Wortmeldung? Ich muss mal ins Protokoll schauen...

Die Demo hatten wir 1997, da war das erste Mal das gespräch wegen 1000 DM Studiengebühren. Damals kamen sie noch nicht durch.

Da ich kein BAFöG bekomme, habe ich auch arbeiten müssen, um mein Studium zu finanzieren. Das hat gar nicht weh getan und ich habe eine Menge Erfahrungen sammeln können. Natürlich ist mein Studium in die Länge gezogen worden, aber hätte ich nur studiert, hätte ich nicht so viel gelernt.

Sicherlich ist es schöner sich nur um das Studium zu kümmern, aber ehrlich gesagt ist mir das auch zu langweilig, aber das ist meine persönliche Meinung.

So long, Ingenieuse

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