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Kurzanleitung: Installation und Einrichtung von Windows Virtual PC (Software)

verfasst von Martin Vogel Homepage E-Mail, Dortmund / Bochum, 22.09.2016, 18:52 Uhr

Ein virtueller PC ist was feines: Man kann Programme laufen lassen, die sich mit dem eigentlichen Betriebssystem auf der körperlichen Maschine nicht vertragen, man kann in Minutenschnelle einen Klon anfertigen, an dem man dann die wildesten Konfigurations- und Installationsexperimente vornehmen kann und man kann immer wieder auf eine saubere Erstinstallation zurückgreifen, ohne Sorge darum haben zu müssen, dass sich wieder mal irgendeine Windows-Schadsoftware heimlich im System eingenistet hat. Wenn man dann noch Student ist und auf kostenlose Microsoft-Betriebssystemlizenzen zurückgreifen kann, ist der Spaß perfekt.

Die Software zur Virtualisierung ist in der Regel kostenlos. Für Windows bietet sich Microsofts hauseigene Lösung namens Windows Virtual PC an. Für Linux leistet QEMU gute Dienste. Vom Dritthersteller Oracle gibt es für verschiedene Betriebssysteme das von SUN entwickelte kostenlose Programm Virtualbox.

[image]Die Software „Windows Virtual PC“ kann von der Microsoft Virtual PC Startseite heruntergeladen werden.

Sie läuft allerdings nur auf Rechnern, deren CPUs Virtualisierung unterstützen. Wenn das Microsoft® Hardware-Assisted Virtualization Detection Tool meldet, dass der Rechner keine hardwaregestützte Virtualisierung anbietet, so war das bei älteren Rechnern das Ende des Experiments. Bei neueren Rechnern sollte man jetzt einmal im BIOS-Setup nachschauen, ob da vielleicht ein wichtiges Häkchen im Abschnitt „Advanced CPU features“ nicht gesetzt wurde. Als Notlösung bietet sich zwar die ältere Version „Virtual PC 2007“ an, die selbst auf einem betagten Pentium II noch funktionieren soll, Virtualisierung ohne Hardwareunterstützung ist jedoch eine furchtbar lahme Angelegenheit.

Stimmen die Hardwarevoraussetzungen, kann die Virtualisierungssoftware installiert werden. Aus einer Liste muss ausgewählt werden, welche Sprache gewünscht ist und welche Windowsversion für welche Architektur der „Gastgeber“ (engl.: host) für die virtuelle Maschine sein soll. Wer das nicht auswendig weiß, kann im Windows-Startmenü das Wort „Computer“ rechtsklicken und im Menüpunkt „Eigenschaften“ nachsehen.

Entgegen der Behauptungen auf der Webseite muss anscheinend nicht zuerst die Komponente für den Windows-XP-Modus heruntergeladen werden. Es ist allerdings gegebenenfalls erforderlich, zwangsweise ein Programm zu installieren, das laut Microsoft zur „Überprüfung der Echtheit“ des Gastgeberbetriebssystems dienen soll.

[image]Nach der Installation des Programms „Windows Virtual PC“ als „Windows Update“ und Durchführung des traditionellen Windowsneustarts gibt es im Startmenü den neuen Punkt „Windows Virtual PC“. Beim Anklicken geschieht scheinbar nichts – es öffnet sich lediglich eine Art Explorerfenster. Dies ist die Verwaltungsoberfläche für alle virtuellen Rechner, die von nun an auf der Festplatte wohnen sollen.

Über den Button „Virtuellen Computer erstellen“ kann man nun einen neuen Rechner erschaffen. Der Platz für die Festplatte kann dynamisch vergeben werden, dadurch wird nicht mehr realer Festplattenplatz als notwendig belegt und die zugewiesene Hauptspeichermenge sollte noch „Luft“ für den Gastgeber lassen. Verfügt dieser über beispielsweise 4 GiB RAM, so sollten der virtuellen Maschine nicht mehr als 2 Gigabyte zugewiesen werden.

Der neue Rechner hat bisher kein Betriebssystem. Dieses muss von einer eingelegten CD/DVD oder einer ISO-Datei aufgespielt werden. ISO-Dateien der gängigsten Microsoft-Betriebssysteme gibt es im MSDNAA-Downloadbereich. Es lohnt sich vielleicht auch, die Gelegenheit zu nutzen, um aktuelle Alternativen zu Windows auszuprobieren.

[image]Das letzte Bild zeigt die Installation von Windows XP in der virtuellen Maschine unter Windows 7. Ich musste allerdings auf Virtual PC 2007 zurückgreifen, da die virtuelle Maschine, in der ich Windows 7 unter Linux üblicherweise betreibe, keine Hardwarevirtualisierung bietet ;-)

Ein Tipp zum Schluss: Wenn die Maus in der virtuellen Maschine gefangen ist, lässt sie sich mit Druck auf die Taste [AltGr] wieder befreien. Damit das nicht immer wieder vorkommt, empfiehlt es sich, die „Erweiterungen für virtuelle PCs“ (Virtual PC Additions) zu installieren. Dann wird die Maus automatisch dem richtigen Fenster zugeordnet und es ist sogar möglich, Dateien vom virtuellen auf den „realen“ Desktop zu kopieren und umgekehrt. Die Installationsdateien sind im Programm „Windows Virtual PC“ unter dem Menüpunkt „Aktion“ untergebracht.[image]

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Dipl.-Ing. Martin Vogel
Leiter des Bauforums

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