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Video vom Einsatz der Atombombe beim Gasunglück 1966 in Usbekistan (Allgemeines)

verfasst von Martin Vogel Homepage E-Mail, Dortmund / Bochum, 30.05.2010, 18:47 Uhr

Der 2004 verstorbene Paul \"Red\" Adair hat, glaube ich, nie Ölaustritte gestoppt, sondern immer nur Öl- und Gasbrände gelöscht.

Die Verwendung von Atombomben gegen ungewollte Öl- oder Gasaustritte soll laut Komsomolskaja Prawda zwischen 1966 und 1979 in vier von fünf Fällen erfolgreich gewesen sein.

Der erste Einsatz einer Atombombe zu Umweltschutzzwecken erfolgte demnach am 30. September 1966 in Urt-Bulak (auch: Urtabulak, 60 km südlich 80 km südöstlich von Buchara, Usbekistan). Damals wurde in 6000 1500 Metern Tiefe eine 30-Kilotonnen-Bombe gezündet, um eine brennende Gas- und Ölquelle zu verstopfen. Berichten zufolge wurde dieses letzte verzweifelte Mittel gewählt, weil die Quelle drei Jahre lang nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte. Laut dem italienischen Nachrichtenmagazin Corriere Della Sera strömten dort seit Dezember 1963 unkontrolliert 1,5 Millionen Kubikmeter Rohöl Erdgas(!) pro Tag aus. [Nachtrag: wie man an den Korrekturen im letzten Absatz sieht, hat es das Magazin nicht so mit Zahlen. Auch die 1,5·10⁶m³/d widersprechen anderen Textquellen]

Es gibt einen Dokumentarfilm dazu, der leider bei Youtube einen ungeschickt gewählten Titel und ein völlig unpassendes Titelbild trägt:


Kann jemand Russisch? Außer \"Dosimeter\" habe ich nicht viel verstanden.

In Charkiw ging die Maßnahme 1972 schief. Aus ungeklärter Ursache explodierte der nukleare 4-Kilotonnen-Sprengsatz nicht in 2000 Metern Tiefe, sondern an der Oberfläche und erzeugte dort einen Atompilz.

Ob Atombomben überhaupt für Tiefseebohrungen angewendet werden können, ist zudem wohl noch ziemlich unklar. Damit es zu einer Gesteinsverschiebung kommen kann, müsste auch zuerst ein kilometertiefer Sprengschacht angelegt werden. Zudem kenne ich keine Atombombe, die bei 150 Bar (oder je nach Schachttiefe auch bis zu 400 Bar) Außendruck noch funktioniert. Falls der Sprengsatz gezündet werden kann, würden möglicherweise auch Bohrlöcher der näheren Umgebung in Mitleidenschaft gezogen, sodass nicht einmal sicher ist, ob man mit dieser Maßnahme nicht für einen noch größeren Ölaustritt sorgt.

--
Dipl.-Ing. Martin Vogel
Leiter des Bauforums

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